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Haarausfall verstehen

Traktionsalopezie: Ursachen, Symptome und was gegen Haarausfall durch Zug hilft

Geschrieben von Akya Karahan, Junior-Spezialistin für digitales Content-Marketing

Medizinisch geprüft von Dr. Muhammet, MD Anatom und Spezialist für Haartransplantation

Zweifach gezeigte Frau in einem warmen Schlafzimmer, die ihr Haar zu einem straffen Dutt bindet und ein gemustertes Kopftuch umwickelt
Zweifach gezeigte Frau in einem warmen Schlafzimmer, die ihr Haar zu einem straffen Dutt bindet und ein gemustertes Kopftuch umwickelt

Traktionsalopezie ist mechanischer Haarausfall durch dauerhaften Zug am Haar, etwa durch straffe Zöpfe, Dutt oder Extensions. Betroffen sind meist Schläfen und Haaransatz. Im Frühstadium wachsen die Haare nach, sobald die Spannung wegfällt. Bleibt der Zug bestehen, können die Follikel dauerhaft vernarben. Der erste Schritt ist nie eine Transplantation, sondern weniger Zug und ärztliche Abklärung.

Ein straffer Pferdeschwanz, ein hoher Dutt, geflochtene Zöpfe oder Extensions gehören für viele zum Alltag. Was dabei kaum auffällt: Jede dieser Frisuren zieht dauerhaft am Haar. Wenn dieser Zug über Monate und Jahre an denselben Stellen wirkt, kann er die Haare an Schläfen und Haaransatz ausdünnen. Für diese Form des Haarausfalls gibt es einen medizinischen Namen, die Traktionsalopezie.

Was ist Traktionsalopezie?

Traktionsalopezie ist ein mechanisch bedingter Haarausfall. Anders als beim erblichen Haarausfall steckt hier keine Veranlagung dahinter, sondern schlicht anhaltende Spannung. Der ständige Zug lockert die Haare in ihren Wurzeln, sie werden dünner und fallen schließlich aus. Typisch betroffen sind die Bereiche, an denen die Frisur am stärksten zieht: die Schläfen, der vordere Haaransatz und die Partie hinter den Ohren.

Zu den häufigen Auslösern zählen straff gebundene Zöpfe und Dutts, geflochtene Frisuren und Cornrows, Extensions und Haarteile sowie die tägliche Reibung durch ein eng gebundenes Kopftuch. Auch das schiere Gewicht sehr langer Haare kann eine Rolle spielen. Betroffen sind besonders oft Frauen, weil viele der auslösenden Frisuren im weiblichen Alltag verbreitet sind.

Welche Symptome zeigt Traktionsalopezie?

Die ersten Traktionsalopezie Symptome sind oft unauffällig. Viele bemerken zunächst kleine Pickelchen oder gerötete Stellen am Haaransatz, ein Spannungs- oder Druckgefühl nach dem Öffnen der Frisur oder feine Härchen, die an den Schläfen zurückweichen. Mit der Zeit entsteht ein sichtbar schütterer Rand entlang der Stirn oder über den Ohren, während das restliche Haar dicht bleibt.

Wer online nach Traktionsalopezie Bildern sucht, will meist eine Frage klären: Sieht mein Haaransatz noch normal aus? Fotos können ein erstes Gefühl geben, ersetzen aber keine Untersuchung. Ähnliche Muster treten auch bei anderen Formen des Haarausfalls auf, weshalb eine sichere Einordnung nur bei einer Ärztin oder einem Arzt gelingt.

Wächst das Haar wieder nach, oder ist der Verlust dauerhaft?

Ob sich Traktionsalopezie rückgängig machen lässt, hängt vor allem vom Zeitpunkt ab. Im Frühstadium, wenn die Follikel nur gereizt, aber noch intakt sind, stehen die Chancen gut: Nimmt man die Spannung heraus, erholen sich die Haare in vielen Fällen und wachsen nach. Bleibt der Zug dagegen über Jahre bestehen, können die Haarwurzeln dauerhaft geschädigt werden und vernarben. An diesen Stellen wächst dann kein Haar mehr nach. DermNet beschreibt diese Form im Frühstadium als umkehrbar (auf Englisch), solange die Kopfhaut noch nicht vernarbt ist.

Wichtig ist, Traktionsalopezie vom erblich bedingten Haarausfall zu unterscheiden. Bei der androgenetischen Alopezie lichtet sich das Haar durch eine hormonelle Veranlagung in einem typischen Muster an Scheitel und Geheimratsecken, unabhängig von der Frisur. Die Traktionsalopezie folgt dagegen genau der Zuglinie der Frisur. Zeigt sich der Verlust eher gleichmäßig über den ganzen Kopf, kann auch ein diffuser Haarausfall dahinterstecken.

Was hilft gegen Traktionsalopezie?

Die wichtigste Behandlung kostet nichts und beginnt bei der Frisur: den Zug herausnehmen. Das bedeutet lockere statt straffe Frisuren, wechselnde Scheitel und Bindepositionen, Pausen von Extensions und Flechtfrisuren sowie weichere Haargummis ohne Metall. Oft reicht das im Frühstadium schon aus, damit sich die Kopfhaut beruhigt und die Haare wieder kräftiger nachwachsen.

Bleibt der Haaransatz trotzdem schütter oder ist er gereizt und entzündet, gehört die Abklärung in ärztliche Hände. Eine Hautärztin oder ein Hautarzt kann die Kopfhaut untersuchen, die Ursache sichern und je nach Befund weitere Schritte besprechen. Der britische Gesundheitsdienst rät ausdrücklich, Haarausfall zuerst ärztlich abklären zu lassen (auf Englisch), bevor man kommerzielle Angebote in Anspruch nimmt.

Von Wundermitteln, Nahrungsergänzungen oder Seren, die schnelles Nachwachsen versprechen, sollte man sich nicht leiten lassen. Gegen den rein mechanischen Zug helfen sie nicht, und was im Einzelfall wirklich sinnvoll ist, hängt vom individuellen Befund ab.

Ist eine Haartransplantation die Lösung?

Eine Haartransplantation ist bei Traktionsalopezie nicht der erste Schritt, und in vielen Fällen ist sie gar nicht angebracht. Solange der Zug am Haar weitergeht, würde auch verpflanztes Haar demselben Druck ausgesetzt und könnte erneut ausfallen. Und im Frühstadium, in dem die Haare von selbst nachwachsen können, wäre ein Eingriff überflüssig.

Sinnvoll wird eine Transplantation erst, wenn zwei Dinge zusammenkommen: Der auslösende Zug ist dauerhaft beendet, und der Verlust ist an den betroffenen Stellen bleibend, weil die Follikel bereits vernarbt sind. Dann kann, nach ärztlicher Abklärung, ein Verfahren wie die FUE-Haartransplantation oder die DHI-Haartransplantation infrage kommen, sofern eine gesunde Spenderregion vorhanden ist. Weil Frauen besonders häufig betroffen sind, finden Sie die Besonderheiten in unserem Beitrag zur Haartransplantation für Frauen.

Dieser Artikel ist allgemeine Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Der ehrliche Weg führt zuerst über die Diagnose: Lassen Sie Ihren Haaransatz von einer Hautärztin oder einem Hautarzt untersuchen und beenden Sie den Zug. Erst wenn ein echter, stabiler und dauerhafter Verlust mit gesunder Spenderregion vorliegt, ist eine Transplantation überhaupt ein Thema. Ein erstes Gefühl für das Stadium gibt Ihnen unser kostenloser Graft-Rechner in etwa einer Minute, ganz ohne Foto und direkt auf Ihrem Gerät. Und wenn Sie Ihre Situation persönlich einschätzen lassen möchten, erhalten Sie ein kostenloses und unverbindliches Angebot: ein ehrlicher Blick, ohne Druck.

Medizinischer Hinweis. Dieser Artikel enthält allgemeine Informationen und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlungsempfehlung. Eine Haarwiederherstellung ist ein operativer Eingriff, und die Ergebnisse sind individuell verschieden. Holen Sie vor einer Entscheidung eine persönliche Beurteilung durch qualifiziertes medizinisches Fachpersonal ein.

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